JIPPIEEEE!!!
Nach langem Warten und viel Pech hab ich eben endlich mein erstes Nordlicht gesehen.
Auch andere, die schon öfters das Glück hatten, waren begeistert, denn es war wohl ein wirklich Schönes.
Zuerst waren wir uns gar nicht sicher, ob wir es mit einem Nordlicht zu tun hatten, denn es war bewölkt und das penetrante Straßenlampenlicht, das gerade bei Schnee sehr stark den Himmel erleuchtet, lässt einen schon mal schnell Fata Morganas sichten. Ich hielt mich mit einigen anderen bei Simons Abschiedsparty in Berg auf, als uns ein im Abgang befindlicher Gast darauf aufmerksam machte, doch einmal einen genaueren Blick aus dem Fenster zu werfen.
Wie gesagt, erst war das ganze recht unspektakulär, doch aus einem leichten grünen Schimmern wurde bald ein langer grüner Streifen, der sich über dem nördlichen Horizont entlangzog. Nach einiger Zeit wurde es schwächer und wir dachten schon es wäre vorbei, aber dann gings erst richtig los. Das Grün wurde wieder intensiver, die fadigen Farben fingen an zu tanzen und es erstreckte sich in mehreren "Etagen" fast bis über unsere Köpfe. Am untere Rand (also weit im Norden) gingen die Ränder sogar in ein rot über, dass darauf schließen lässt, das es dort eine größer Höhen entstand.
Das Spektakel war erst vorbei als die nächsten Wolken aufzogen und ein starker Schneeschauer alles weitere vernebelte.
Kamera und Stativ (das zur Aufnahme zwingen erforderlich ist) waren übrigens gerade nicht zur Hand, somit muss ich das Beweisfoto schuldig bleiben, aber ich hab Zeugen!
Übrigens hab ich am vergangenen Wochenende im Wald einen seltenen Schneehasen gesehen, vielleicht hab ich ja jetzt eine Art Glücksträhne. Wenn ich am kommenden Wochenende auf der Iglbu-Koie noch einen Elch zu sehen bekommen, kenn ich alles wofür Norwegen berühmt ist und kann eigentlich nach Hause fahren ;-) Nein, natürlich nicht!
Freitag, 29. Februar 2008
Donnerstag, 28. Februar 2008
"VALHALL(A)... - Deliverance"
Auch wenn diese Überschrift wohl nur die "Metal"-Hörer unter meinen Lesern verstehen werden, konnte ich sie mir nicht verkneifen... Denn am Wochenende habe ich zwei Nächte in einer Hütte verbracht, die den Namen der germanischen Totenhalle trug. Im Gegensatz zu den meisten Besuchern des Valhalla bin ich allerdings heil zurückgekehrt...
So... zurück zum allgemein Verständlichen. Dass ich hier in letzter Zeit eher weniger Informatives hinterlasse, liegt weniger daran, dass nichts interessantes passieren twürde. Vielmehr passiert so viel, dass ich irgendwie kaum noch Zeit finde, meinen Blog auf dem neuesten Stand zu halten. Die Ereignisse vom Wochenende müssen aber nun wirklich noch einmal festgehalten werden...
Mit einer 7-köpfigen Truppe machten wir uns auf den Weg nach Øvensenget, der am weitesten von Trondheim entfernten Hütte des Uni-Sportclubs. Auf dem Weg statteten wir noch Røros, der Stadt wo wir schon einmal die Mine besichtigt hatten, einen Besuch ab. Es gab dort nämlich einen in der ganzen Region bekannten Markt. Es war wirklich die Hölle los, wobei der Markt nicht besser als ein schlechter Weihnachtsmarkt war. Noch nicht einmal Glühwein gab es :-(
Øvensenget ist auf knapp 900 Metern gelegen und damit auch eine der höchsten NTNUI-Hütten. Die Höhe konnten wir allerdings dank Schneeketten und ein wenig Glück diesmal komplett mit dem Auto überbrücken und mussten nur noch etwa eine Stunde mit Skiern zur Hütte fahren. Die Hütte ist eigentlich eine Ansammlung von mehreren Hütten. Hauptwohnhütte war die bereits genannte Valhall, dazu gab es noch eine Gästehütte, eine Saunahütte und ein paar ohne besonderen Nutzen. Was es leider nicht gab, war eine funktionstüchtig Wasserstelle, sodass wir ständig mit umständlichen Schneeschmelzen beschäftigt waren.
Nach dem diesmal wirklich einfachen Erreichen stellten sich aber zunächst überraschenderweise andere Probleme ein, denn die Tür der Haupthütte war komplett eingefroren und einfach nicht zu öffnen. Geschätzte 1-2 Stunden verbrachten wir damit, den Türrahmen mit Messer, Spaten und rohem Gewalteinsatz zu bearbeiten, um die Tür vom Eis zu befreien. Sogar der in unseren Thermoskannen verbliebene heiße Tee musste als Enteiser herhalten. Nachdem wir den Türgriff bereits abgerissen hatten, war es aber schließlich der Spaten der als umfunktioniertes Brecheisen den lang ersehnten Erfolg brachte.
Die Hütte war für sieben Leute sehr klein, so erklärten sich zwei mit guten Schlafsäcken ausgestattete, in der Gästehütte etwa 500 Meter entfernt zu nächtigen. Für mich etwas ganz neues war die Saunahütte. Der brandneue Ofen darin rockte wie Sau und wir konnten bei geschätzten 80 Grad auf der höchsten Stufe richtig gut schwitzen. Zur Abkühlung und zum Waschen wurde der mindestens einen halben Meter hoch liegende Schnee rund um die Hütte genutzt.
Ein unvergessliches Erlebnis wird mir und den drei anderen, die dabei waren, wohl auf jeden Fall die Tagestour am zweiten Tag bleiben. Ohne wirkliches Ziel machten wir uns zunächst an den Aufstieg Richtung Baumgrenze, die etwa bei 1000-1100 Metern lag. Das Wetter war wunderschön, die Temperaturen erträglich und das Panorama traumhaft, sodass wir keinen Grund zur Umkehr sahen und auch oberhalb der Baumgrenze immer weiter aufwärts marschierten. Da in der Höhe bei Schneefall auch starker Wind weht, war der Schnee sehr hart und man sank selten tiefer als 2 cm ein. Ansonsten wäre der Aufstieg mit Langlaufski wohl auch gar nicht möglich gewesen.
Nach Erreichen eines kleinen Sattels entdeckte ich in der Ferne auf dem höchsten Berg der Umgebung eine Funkantenne, die als Ziel des Tages ausgeben wurde. In der Gruppe musste ich zwar etwas Überzeugungsarbeit leisten, dass die Antenne für uns erreichbar und nicht zu weit weg war, aber im Nachhinein waren wohl alle froh, dass wir nicht schon früher umgekehrt waren. Über die weitere Tour will ich mich eigentlich gar nicht groß auslassen... die Fotos in meinem Webalbum sprechen da eine deutlichere Sprache, als ich sie hier anwenden könnte. Das GPS, das wir zur Sicherheit dabei hatten, verriet uns später, dass der Gipfel des Berges mit der Antenne eine Höhe von 1530 Metern hatte, somit war die Tour für mich auch die höchste, die ich bisher in Norwegen unternommen habe.
Ein kleiner Wehmutstropfen blieb allerdings zurück, denn Simon verletzte sich auf der mit Langlaufskiern sehr schwierigen Abfahrt leider am Knie und hat knapp eine Woche danach immer noch mit den Folgen zu kämpfen. Er biss allerdings auf die Zähne, sodass weder Hubschrauber noch Schneemobil zum Krankentransport angefordert werden mussten.
Der Rest der Tour verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle, sodass ich hier mal wieder meine Lieblingsschreibfaulheitsausrede, nämlichen keinen meiner Leser langweilen zu wollen, vorbringe.
Am kommenden Wochenende steht erneut ein, diesmal endlich mal international besetzter, Cabin-Trip diesmal zur Iglbu-Koie an. Da wirds bestimmt auch wieder Einiges zu berichten geben.
Hier in Trondheim ist übrigens immer noch unverändert schwankendes Winterwetter. Heute sind mal wieder Schneefall- und Minusgrade angesagt, aber länger als zwei Tage kann man hier auf keine Wetterlage zählen. Noch gestern hats geregnet und es war so richtiges Zu-Hause-Bleiben-Wetter.
Zum Abschluss noch ein Foto, dass irgendwie nicht in meine Picasa-Alben passt. Gemacht habe ich es direkt vor meiner Haustür am Tag der Mondfinsternis, die hier allerdings dank Bewölkung genauso wenig zu bestaunen war wie in den misten Teilen Deutschlands.
So... zurück zum allgemein Verständlichen. Dass ich hier in letzter Zeit eher weniger Informatives hinterlasse, liegt weniger daran, dass nichts interessantes passieren twürde. Vielmehr passiert so viel, dass ich irgendwie kaum noch Zeit finde, meinen Blog auf dem neuesten Stand zu halten. Die Ereignisse vom Wochenende müssen aber nun wirklich noch einmal festgehalten werden...
Mit einer 7-köpfigen Truppe machten wir uns auf den Weg nach Øvensenget, der am weitesten von Trondheim entfernten Hütte des Uni-Sportclubs. Auf dem Weg statteten wir noch Røros, der Stadt wo wir schon einmal die Mine besichtigt hatten, einen Besuch ab. Es gab dort nämlich einen in der ganzen Region bekannten Markt. Es war wirklich die Hölle los, wobei der Markt nicht besser als ein schlechter Weihnachtsmarkt war. Noch nicht einmal Glühwein gab es :-(
Øvensenget ist auf knapp 900 Metern gelegen und damit auch eine der höchsten NTNUI-Hütten. Die Höhe konnten wir allerdings dank Schneeketten und ein wenig Glück diesmal komplett mit dem Auto überbrücken und mussten nur noch etwa eine Stunde mit Skiern zur Hütte fahren. Die Hütte ist eigentlich eine Ansammlung von mehreren Hütten. Hauptwohnhütte war die bereits genannte Valhall, dazu gab es noch eine Gästehütte, eine Saunahütte und ein paar ohne besonderen Nutzen. Was es leider nicht gab, war eine funktionstüchtig Wasserstelle, sodass wir ständig mit umständlichen Schneeschmelzen beschäftigt waren.
Nach dem diesmal wirklich einfachen Erreichen stellten sich aber zunächst überraschenderweise andere Probleme ein, denn die Tür der Haupthütte war komplett eingefroren und einfach nicht zu öffnen. Geschätzte 1-2 Stunden verbrachten wir damit, den Türrahmen mit Messer, Spaten und rohem Gewalteinsatz zu bearbeiten, um die Tür vom Eis zu befreien. Sogar der in unseren Thermoskannen verbliebene heiße Tee musste als Enteiser herhalten. Nachdem wir den Türgriff bereits abgerissen hatten, war es aber schließlich der Spaten der als umfunktioniertes Brecheisen den lang ersehnten Erfolg brachte.
Die Hütte war für sieben Leute sehr klein, so erklärten sich zwei mit guten Schlafsäcken ausgestattete, in der Gästehütte etwa 500 Meter entfernt zu nächtigen. Für mich etwas ganz neues war die Saunahütte. Der brandneue Ofen darin rockte wie Sau und wir konnten bei geschätzten 80 Grad auf der höchsten Stufe richtig gut schwitzen. Zur Abkühlung und zum Waschen wurde der mindestens einen halben Meter hoch liegende Schnee rund um die Hütte genutzt.
Ein unvergessliches Erlebnis wird mir und den drei anderen, die dabei waren, wohl auf jeden Fall die Tagestour am zweiten Tag bleiben. Ohne wirkliches Ziel machten wir uns zunächst an den Aufstieg Richtung Baumgrenze, die etwa bei 1000-1100 Metern lag. Das Wetter war wunderschön, die Temperaturen erträglich und das Panorama traumhaft, sodass wir keinen Grund zur Umkehr sahen und auch oberhalb der Baumgrenze immer weiter aufwärts marschierten. Da in der Höhe bei Schneefall auch starker Wind weht, war der Schnee sehr hart und man sank selten tiefer als 2 cm ein. Ansonsten wäre der Aufstieg mit Langlaufski wohl auch gar nicht möglich gewesen.
Nach Erreichen eines kleinen Sattels entdeckte ich in der Ferne auf dem höchsten Berg der Umgebung eine Funkantenne, die als Ziel des Tages ausgeben wurde. In der Gruppe musste ich zwar etwas Überzeugungsarbeit leisten, dass die Antenne für uns erreichbar und nicht zu weit weg war, aber im Nachhinein waren wohl alle froh, dass wir nicht schon früher umgekehrt waren. Über die weitere Tour will ich mich eigentlich gar nicht groß auslassen... die Fotos in meinem Webalbum sprechen da eine deutlichere Sprache, als ich sie hier anwenden könnte. Das GPS, das wir zur Sicherheit dabei hatten, verriet uns später, dass der Gipfel des Berges mit der Antenne eine Höhe von 1530 Metern hatte, somit war die Tour für mich auch die höchste, die ich bisher in Norwegen unternommen habe.
Ein kleiner Wehmutstropfen blieb allerdings zurück, denn Simon verletzte sich auf der mit Langlaufskiern sehr schwierigen Abfahrt leider am Knie und hat knapp eine Woche danach immer noch mit den Folgen zu kämpfen. Er biss allerdings auf die Zähne, sodass weder Hubschrauber noch Schneemobil zum Krankentransport angefordert werden mussten.
Der Rest der Tour verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle, sodass ich hier mal wieder meine Lieblingsschreibfaulheitsausrede, nämlichen keinen meiner Leser langweilen zu wollen, vorbringe.
Am kommenden Wochenende steht erneut ein, diesmal endlich mal international besetzter, Cabin-Trip diesmal zur Iglbu-Koie an. Da wirds bestimmt auch wieder Einiges zu berichten geben.
Hier in Trondheim ist übrigens immer noch unverändert schwankendes Winterwetter. Heute sind mal wieder Schneefall- und Minusgrade angesagt, aber länger als zwei Tage kann man hier auf keine Wetterlage zählen. Noch gestern hats geregnet und es war so richtiges Zu-Hause-Bleiben-Wetter.
Zum Abschluss noch ein Foto, dass irgendwie nicht in meine Picasa-Alben passt. Gemacht habe ich es direkt vor meiner Haustür am Tag der Mondfinsternis, die hier allerdings dank Bewölkung genauso wenig zu bestaunen war wie in den misten Teilen Deutschlands.
Donnerstag, 14. Februar 2008
Langlaufen und Iceskaten
Wie schon letztes Mal bemerkt, verlässt mich in letzter Zeit irgendwie die Motivation, meinen Blog aktuell zu halten. Ich hoffe meine wenigen Leser mögen mir dies verzeihen...
Viel Erwähnenswertes ist allerdings auch nicht viel passiert in letzter Zeit. Meine wichtigste Vornahme fürs Neue Jahr kann ich bisher ganz gut erfüllen! Ich häng jetzt nicht mehr nur mit anderen Deutschen rum, sondern hab auch unter den anderen Erasmiaten und sogar unter Norwegern ein paar engere Bekanntschaften erschlossen. Nicht, dass ich mit den anderen Deutschen nichts mehr zu tun haben wollte... Im Gegenteil, mit den Verbliebenen habe ich nach wie vor viel zu tun. Aber die Schwaben und Hamburger, mit denen ich vor allem gegen Ende letzten Jahres ja doch irgendwie jede freie Minute verbracht habe, sind nun mal wieder in der Heimat angelangt.
Da sich damit auch die alte Cabin-Trip-Crew aufgelöst hat, habe ich in den letzten Wochen auch nur noch Tagestouren in die Bymarka, Strindamarka und einmal ins Vassfjellet (ein kleines Abfahrtsskigebiet) unternommen. Nächste Woche steht dann mit Simons Abschiedstour aber noch einmal ein Cabin-Trip auf dem Programm.
Da ich euch mit meinen unzähligen Langlauftouren nicht langweilen will, kann ich vielleicht noch vom Schlittschuhlaufen am vergangenen Sonntag berichten. Mit schätzungsweise 20 Leuten diverser Nationalitäten (ver)liefen wir zum Eisstadion nahe IKEA, wo es eine Halle und eine echte Eisschnelllaufrunde gibt. Nur letzte war der Öffentlichkeit zugänglich und so durften wir mal austesten, warum die netten Eisschnellläuferinnen immer so dicke Oberschenkel haben müssen. Und tatsächlich, mit den Rennschlittschuhen (mit gaaanze langen Kufen) geht man auf dem Eis ab wie ein Zäpfchen, aber nach zwei bis drei 400-Meter-Runden brennen die Oberschenkel wie Feuer. Trotzdem echt ein Erlebnis, zumal wir mit so vielen verrückten Leuten (teilweise auch Anfängern) natürlich eine Menge Spaß hatten.

P.S. Wer nachzählt, könnte feststellen, dass die 20 Leute etwas untertrieben waren
Viel Erwähnenswertes ist allerdings auch nicht viel passiert in letzter Zeit. Meine wichtigste Vornahme fürs Neue Jahr kann ich bisher ganz gut erfüllen! Ich häng jetzt nicht mehr nur mit anderen Deutschen rum, sondern hab auch unter den anderen Erasmiaten und sogar unter Norwegern ein paar engere Bekanntschaften erschlossen. Nicht, dass ich mit den anderen Deutschen nichts mehr zu tun haben wollte... Im Gegenteil, mit den Verbliebenen habe ich nach wie vor viel zu tun. Aber die Schwaben und Hamburger, mit denen ich vor allem gegen Ende letzten Jahres ja doch irgendwie jede freie Minute verbracht habe, sind nun mal wieder in der Heimat angelangt.
Da sich damit auch die alte Cabin-Trip-Crew aufgelöst hat, habe ich in den letzten Wochen auch nur noch Tagestouren in die Bymarka, Strindamarka und einmal ins Vassfjellet (ein kleines Abfahrtsskigebiet) unternommen. Nächste Woche steht dann mit Simons Abschiedstour aber noch einmal ein Cabin-Trip auf dem Programm.
Da ich euch mit meinen unzähligen Langlauftouren nicht langweilen will, kann ich vielleicht noch vom Schlittschuhlaufen am vergangenen Sonntag berichten. Mit schätzungsweise 20 Leuten diverser Nationalitäten (ver)liefen wir zum Eisstadion nahe IKEA, wo es eine Halle und eine echte Eisschnelllaufrunde gibt. Nur letzte war der Öffentlichkeit zugänglich und so durften wir mal austesten, warum die netten Eisschnellläuferinnen immer so dicke Oberschenkel haben müssen. Und tatsächlich, mit den Rennschlittschuhen (mit gaaanze langen Kufen) geht man auf dem Eis ab wie ein Zäpfchen, aber nach zwei bis drei 400-Meter-Runden brennen die Oberschenkel wie Feuer. Trotzdem echt ein Erlebnis, zumal wir mit so vielen verrückten Leuten (teilweise auch Anfängern) natürlich eine Menge Spaß hatten.
P.S. Wer nachzählt, könnte feststellen, dass die 20 Leute etwas untertrieben waren
Sonntag, 27. Januar 2008
Viel Schnee und ein Cabin-Trip der einer werden sollte
Irgendwie stelle ich fest, dass die Aktualität meines Blogs doch langsam nachlässt. Es ist aber auch verdammt viel los zurzeit und ich komm irgendwie zu nix: Der viele schöne Schnee muss zum Skifahren genutzt werden, die Uni wird langsam wieder anstrengender, ich muss meinen Ferienrückstand für meine TT-Arbeit abarbeiten und dann war ja auch noch Handball EM.
Für dieses Wochenende war eigentlich eine Hüttentour geplant und auch begonnen worden, aber zum ersten Mal haben wir es nicht geschafft die Hütte zu erreichen und mussten umkehren. Gut, im Nachhinein wars vielleicht auch etwas naiv, bei Dunkelheit (konnten wieder erst nachmittags losfahren), schlechter Wetterprognose und schwierigem Terrain die Nicokoia erreichen zu wollen, aber versuchen kann mans ja mal...
Ausgerüstet waren wir eigentlich ganz gut mit GPS, ausreichend Kartenmaterial und Schneeketten für die Anreise, aber das half diesmal wenig. Am Anfang konnten wir noch einer Schneemobilspur folgen, aber relativ kurz nachdem wir den Weg verlassen hatten und querfeldein weiter wollten, war Schluss. Der Schnee war einfach zu tief und schwer um halbwegs vernünftig vorwärts zu kommen. Dazu ging es durch ein bewaldetes Gebiet recht steil bergauf. Das GPS konnte uns zwar die Richtung sagen, in der wir uns orientieren mussten, aber die kurzfristige Navigation, also die Route für die nächsten 50 Meter, war jedesmal unheimlich schwer zu finden. Mondlicht gabs diesmal leider keins und die Kopflampen reichen halt auch nur ein paar Meter. Als dann noch starkes Schneetreiben und starker Wind einsetzte war Schluss. Auf dem Rückweg hatten wir dann sogar schon Probleme die Straße zurück zu finden, von den Spuren vom Hinweg war absolut nichts mehr zu sehen. In kürzester Zeit hatte es 5-10 cm geschneit.
Auch die Rückfahrt mit den Autos wurde noch einmal zu einem kleinen Abenteuer. Im lockeren Neuschnee griffen die Schneeketten teilweise gar nicht und Autos und Fahrer wurden mal ordentlich auf Ralleyfähigkeiten getestet. Das alle Prüfungen bestanden wurden, kann ich leider nicht vermelden. Der von Matthäus gefahrene Golf fand es an einer Stelle attraktiver, die Ideallinie zu verlassen und einen großen Schneehaufen aufzusuchen, der sich zum Glück vor der Leitplanke befand. Und Kais Polo hatte offensichtlich das Bedürfnis herauszufinden, wie tief der Schnee im Graben denn jetzt wirklich ist. Naja, mit vereinten Anschiebekräften schafften wir es schließlich, beide Autos unbeschadet ins Tal zu manövrieren, wo uns die schneefreie E6 sicher nach Hause brachte.
Einen Vorteil hatte der gescheiterte Cabin-Trip aber: Er schaffte zeitlichen Raum für ein attraktives Wochenendalternativprogramm. Da Ben, dessen Abschiedstour das Wochenende eigentlich werden sollte, viel Fleisch für die Hütte gekauft hatte, beschlossen wir kurzerhand für Samstag Abend ein Grillen zu veranstalten. Der Abend war super und wurde ganz schön lang. Allerdings passiert mir ein ziemlich dämlichen Missgeschick. Meine mindestens 10-Jahre alten Winterschuhe hatte ich hier sehr lieb gewonnen, weil sie so ein tolles Profil haben/hatten. Leider hab ich die gestern beim Füßewärmen am Feuer wohl etwas zu nah an die Flammen gehalten. Jedenfalls ist das schönen Profil komplett weg geschmolzen und ich habe jetzt das, was man in der Formel 1 Slicks nennt. Definitiv nicht die richtige Sohle für den Zustand der Wege hier.
Skilaufen: Da in den letzten Tagen jetzt wirklich mal richtig viel Schnee gefallen ist, haben wir diverse Skitouren hier in der Umgebung unternommen. Die alle einzeln zu beschreiben, hab ich jetzt keine Zeit und Lust, ich will auch meine Leser nicht mit Langweile vergraulen, aber ein paar erwähnenswerte Erkenntnisse gab es doch:
1. Es ist extrem demotivierend, abends in der Bymarka auf den gut präparierten Nachtloipen zu laufen, weil man in Sekundenabständen von auf Luftkissen zu schweben scheinenden, nahe der Lichtgeschwindigkeit rasenden Norwegern (diese können auch mal 8 Jahre und 1.20 Meter groß sein) überholt wird.
2. Es macht Spaß, auf Langlaufskiern eine rote Abfahrtspiste hinunterzufahren, es geht aber nicht lange gut.
3. Stefan und Sebbi haben die Arschbremstechnik bis zur Perfektion entwickelt
4. Wenn man Waxskier hat, sollte man hin und wieder auch mal Waxen.
5. Das Licht auf den Nachloipen der Strindamarka geht um 23 Uhr aus, wenn man Glück hat und Vollmond ist, findet man aber trotzdem zurück
Norwegische Eigenart der Woche: Sportliche Ignoranz
Wie schon erwähnt, war bis heute Handball-EM. Und zwar in Norwegen! Die Ticketpreise waren typisch norwegisch, daher hab ich mich darauf beschränkt die deutschen Spiele im Fernsehen zu gucken, obwohl Deutschland dreimal in Trondheim gespielt hat. Folglich traf ich mich auch gestern vor dem Grillen mit einigen, um das Halbfinale zu gucken. Wir saßen schön beisammen, schalteten den Fernseher ein und sahen... nichts!
Das Spiel wurde im norwegischen Fernsehen nicht übertragen.
Meine Theorie: Dieses Mal ist die Lösung für das scheinbar unerklärliche Phänomen denkbar einfach: Norwegen war tags zuvor aus dem Turnier ausgeschieden. Daher besteht für die Norweger kein Interesse mehr an den folgenden Spielen. Dass das Turnier im Land selbst stattfand, scheint dabei keine Rolle zu spielen.
Für dieses Wochenende war eigentlich eine Hüttentour geplant und auch begonnen worden, aber zum ersten Mal haben wir es nicht geschafft die Hütte zu erreichen und mussten umkehren. Gut, im Nachhinein wars vielleicht auch etwas naiv, bei Dunkelheit (konnten wieder erst nachmittags losfahren), schlechter Wetterprognose und schwierigem Terrain die Nicokoia erreichen zu wollen, aber versuchen kann mans ja mal...
Ausgerüstet waren wir eigentlich ganz gut mit GPS, ausreichend Kartenmaterial und Schneeketten für die Anreise, aber das half diesmal wenig. Am Anfang konnten wir noch einer Schneemobilspur folgen, aber relativ kurz nachdem wir den Weg verlassen hatten und querfeldein weiter wollten, war Schluss. Der Schnee war einfach zu tief und schwer um halbwegs vernünftig vorwärts zu kommen. Dazu ging es durch ein bewaldetes Gebiet recht steil bergauf. Das GPS konnte uns zwar die Richtung sagen, in der wir uns orientieren mussten, aber die kurzfristige Navigation, also die Route für die nächsten 50 Meter, war jedesmal unheimlich schwer zu finden. Mondlicht gabs diesmal leider keins und die Kopflampen reichen halt auch nur ein paar Meter. Als dann noch starkes Schneetreiben und starker Wind einsetzte war Schluss. Auf dem Rückweg hatten wir dann sogar schon Probleme die Straße zurück zu finden, von den Spuren vom Hinweg war absolut nichts mehr zu sehen. In kürzester Zeit hatte es 5-10 cm geschneit.
Auch die Rückfahrt mit den Autos wurde noch einmal zu einem kleinen Abenteuer. Im lockeren Neuschnee griffen die Schneeketten teilweise gar nicht und Autos und Fahrer wurden mal ordentlich auf Ralleyfähigkeiten getestet. Das alle Prüfungen bestanden wurden, kann ich leider nicht vermelden. Der von Matthäus gefahrene Golf fand es an einer Stelle attraktiver, die Ideallinie zu verlassen und einen großen Schneehaufen aufzusuchen, der sich zum Glück vor der Leitplanke befand. Und Kais Polo hatte offensichtlich das Bedürfnis herauszufinden, wie tief der Schnee im Graben denn jetzt wirklich ist. Naja, mit vereinten Anschiebekräften schafften wir es schließlich, beide Autos unbeschadet ins Tal zu manövrieren, wo uns die schneefreie E6 sicher nach Hause brachte.
Einen Vorteil hatte der gescheiterte Cabin-Trip aber: Er schaffte zeitlichen Raum für ein attraktives Wochenendalternativprogramm. Da Ben, dessen Abschiedstour das Wochenende eigentlich werden sollte, viel Fleisch für die Hütte gekauft hatte, beschlossen wir kurzerhand für Samstag Abend ein Grillen zu veranstalten. Der Abend war super und wurde ganz schön lang. Allerdings passiert mir ein ziemlich dämlichen Missgeschick. Meine mindestens 10-Jahre alten Winterschuhe hatte ich hier sehr lieb gewonnen, weil sie so ein tolles Profil haben/hatten. Leider hab ich die gestern beim Füßewärmen am Feuer wohl etwas zu nah an die Flammen gehalten. Jedenfalls ist das schönen Profil komplett weg geschmolzen und ich habe jetzt das, was man in der Formel 1 Slicks nennt. Definitiv nicht die richtige Sohle für den Zustand der Wege hier.
Skilaufen: Da in den letzten Tagen jetzt wirklich mal richtig viel Schnee gefallen ist, haben wir diverse Skitouren hier in der Umgebung unternommen. Die alle einzeln zu beschreiben, hab ich jetzt keine Zeit und Lust, ich will auch meine Leser nicht mit Langweile vergraulen, aber ein paar erwähnenswerte Erkenntnisse gab es doch:
1. Es ist extrem demotivierend, abends in der Bymarka auf den gut präparierten Nachtloipen zu laufen, weil man in Sekundenabständen von auf Luftkissen zu schweben scheinenden, nahe der Lichtgeschwindigkeit rasenden Norwegern (diese können auch mal 8 Jahre und 1.20 Meter groß sein) überholt wird.
2. Es macht Spaß, auf Langlaufskiern eine rote Abfahrtspiste hinunterzufahren, es geht aber nicht lange gut.
3. Stefan und Sebbi haben die Arschbremstechnik bis zur Perfektion entwickelt
4. Wenn man Waxskier hat, sollte man hin und wieder auch mal Waxen.
5. Das Licht auf den Nachloipen der Strindamarka geht um 23 Uhr aus, wenn man Glück hat und Vollmond ist, findet man aber trotzdem zurück
Norwegische Eigenart der Woche: Sportliche Ignoranz
Wie schon erwähnt, war bis heute Handball-EM. Und zwar in Norwegen! Die Ticketpreise waren typisch norwegisch, daher hab ich mich darauf beschränkt die deutschen Spiele im Fernsehen zu gucken, obwohl Deutschland dreimal in Trondheim gespielt hat. Folglich traf ich mich auch gestern vor dem Grillen mit einigen, um das Halbfinale zu gucken. Wir saßen schön beisammen, schalteten den Fernseher ein und sahen... nichts!
Das Spiel wurde im norwegischen Fernsehen nicht übertragen.
Meine Theorie: Dieses Mal ist die Lösung für das scheinbar unerklärliche Phänomen denkbar einfach: Norwegen war tags zuvor aus dem Turnier ausgeschieden. Daher besteht für die Norweger kein Interesse mehr an den folgenden Spielen. Dass das Turnier im Land selbst stattfand, scheint dabei keine Rolle zu spielen.
Freitag, 18. Januar 2008
Kleines Winterupdate
Tja, so kanns gehen.
Ich hatte meinen letzten Beitrag am Mittwoch kaum zuende geschrieben, da ging der Regen zumindest hier oben in Moholt auch schon in Schnee über. Weil es nach wie vor knapp über 0 Grad waren, blieb er am Anfang nicht liegen, später dann aber doch. Es war zwar ziemlich ekliger Pappschnee, aber da es mittlerweile wieder kälter ist, ist er gefroren und damit jetzt auch trocken.
Der Vorteil an dem Pappschnee war, dass er an allen Bäumen, Straßenlaternen und Zäunen hingen blieb, und diese jetzt in hübsche Eisskulpturen verwandelt hat. Bei Gelegenheit werde ich mal ein paar Fotos schießen.
Tja, der Winter ist jetzt doch wieder da, und da für dieses Wochenende kein Trip geplant ist, steht Skifahren auf dem Programm!
Ich hatte meinen letzten Beitrag am Mittwoch kaum zuende geschrieben, da ging der Regen zumindest hier oben in Moholt auch schon in Schnee über. Weil es nach wie vor knapp über 0 Grad waren, blieb er am Anfang nicht liegen, später dann aber doch. Es war zwar ziemlich ekliger Pappschnee, aber da es mittlerweile wieder kälter ist, ist er gefroren und damit jetzt auch trocken.
Der Vorteil an dem Pappschnee war, dass er an allen Bäumen, Straßenlaternen und Zäunen hingen blieb, und diese jetzt in hübsche Eisskulpturen verwandelt hat. Bei Gelegenheit werde ich mal ein paar Fotos schießen.
Tja, der Winter ist jetzt doch wieder da, und da für dieses Wochenende kein Trip geplant ist, steht Skifahren auf dem Programm!
Mittwoch, 16. Januar 2008
Schöne Hüttentour aber Sauwetter in Trondheim
So, ehe ich jetzt auf die schönen Ereignisse des vergangenen Wochenendes eingehe, muss ich erstmal meinem Unmut über das unglaubliche Scheißwetter in Trondheim Luft machen...
Am Freitag hatte es endlich mal wieder geschneit und ich dachte schon, der Winter würde jetzt endlich richtig kommen, aber weit gefehlt. Als wir am Sonntag vom Wochenendtrip zurück kamen, war schon wieder alles weggetaut. Aber es wurde noch schlimmer. Montag setzte auf einmal starker Wind von Süden her ein und das Thermometer kletterte bis auf 7(!) Grad. Auch gestern war es noch total warm und ich konnte ohne Mütze und Handschuhe zur Uni fahren. Soll das der norwegische Winter sein?
Ein bisschen kälter ist es inzwischen zwar wieder geworden, aber wenn ich aus dem Fenster gucke, sehe ich jetzt das, was ich hier im Januar nun wirklich nicht erwartet habe: Regen :-(
Naja, aber im Gegensatz zu Zuhause hat man hier bei Sauwetter immer noch den Vorteil, ratz-fatz im Landesinneren zu sein, wo auf den Winter ein wenig mehr Verlass ist und es zwar weniger Niederschlag gibt, dieser aber dann wenigstens als Schnee fällt.
So machte ich mich am vergangenen Freitag mit einer 8-köpfigen Gruppe auf den Weg zur Sonvasskoia. Einer wunderschön an einem See gelegenen Hütte 1,5 Autostunden östlich von Trondheim. Da einige der Teilnehmer erst nachmittags konnten, fuhren wir diesmal erst um 4, also schon im Dunkeln los. Da zwei aber im Herbst schon einmal auf der gleichen Hütte waren und den Weg kannten, war das kein Problem. Außerdem war die Anreise diesmal auch recht einfach. Vom Parkplatz aus waren es nur 1-1,5 Skistunden bis zur Hütte.
Auf dem Weg, der mit 4 Mann + Gepäck + Skiausrüstungen in einem Polo (der gleichen Baureihe wie meiner) übrigens weniger komfortabel war, mussten erstmalig die Schneeketten beweisen, wofür sie erfunden wurden. Denn eine 10 Kilometer lange Mautstraße, die recht steil in die Berge hineinführte war dann doch zu viel für den voll beladenen Polo. Mithilfe der Ketten erreichten wir aber dann weitgehend problemlos den Parkplatz, auf dem auf Skier umgesattelt wurde.
Der Weg zur Hütte war dann bereits weitestgehend durch einen Schneemobilspur markiert, so dass wir mithilfe unserer Kopflampen kein Problem mit der Navigation hatten. Der See, an dem die Hütte liegt, scheint im Übrigen ein sehr beliebtes Wochenendreiseziel der Trondheimer zu sein, denn rund um den See stehen bestimmt 30-50 Hütten, oder so.
Die Hütte ist von denen, die ich bisher gesehen hab, klar die am schönsten gelegene. Etwa 20 Höhenmeter oberhalb des Sees, am Südhang und mit einer tollen Aussicht. Gegen 22 Uhr hatten wir sie schließlich erreicht, richten uns ein, befreiten die nahe Wasserstelle von Eis und kochten Nudel mit Soße.
Am nächsten Tag teilten wir uns in mehrer Gruppen auf. Die Angler unter uns bohrten ein paar Löcher in den See und probierten ihr Glück beim Eisfischen. Ich begab mich mit Caro und Simon auf eine entspannte Skitour. Zuerst fuhren wir immer am Hang oberhalb des Sees entlang, bis wir auf Höhe eines anderen Sees waren. Dort wagten wir die Abfahrt ins Tal und fuhren über die Seen zurück. Das Eis der Seen war 25-30 cm dick (wie unsere Bohrungen ergaben) und damit locker tragfähig. Trotzdem eine außergewöhnliche Erfahrung, denn so flaches Langlaufterrain findet man in Norwegen sonst selten.
Die Eisfischer waren inzwischen erfolgreich gewesen und hatten eine beachtliche Forelle gefangen. Am Abend wurde diese dann zusammen mit viel zuvor eingekauftem Lachs zubereitet und genüsslich verspeist.
Am Rückreisetag ließen wir uns sehr viel Zeit mit dem Frühstück und dem Aufräumen der Hütte. Wir nahmen diesmal eine Abkürzung über den See und holten ein letztes Mal die Fischfallen ein. Wieder hatte eine, diesmal allerdings etwas kleinere, Forelle angebissen.
Zusammen mit Simon, Michael und Caro fuhr ich auf Skiern dann schon einmal vor, denn wir wollten die Passstraße ins Tal statt wieder mit dem Auto noch mit Skiern befahren. Am Anfang ging das auch super, es ging halt fast nur bergab und machte deshalb super Spaß. Später kam dann allerdings doch das ein oder andere Mal der Asphalt durch und ich hab mir leider doch ein paar ordentliche Kratzer in meine Skier geholt. Ungefähr nach 6-7 Kilometern holten uns die Autos dann ein und wir fuhren wieder eng gedrängt zurück nach Trondheim.
Am Freitag hatte es endlich mal wieder geschneit und ich dachte schon, der Winter würde jetzt endlich richtig kommen, aber weit gefehlt. Als wir am Sonntag vom Wochenendtrip zurück kamen, war schon wieder alles weggetaut. Aber es wurde noch schlimmer. Montag setzte auf einmal starker Wind von Süden her ein und das Thermometer kletterte bis auf 7(!) Grad. Auch gestern war es noch total warm und ich konnte ohne Mütze und Handschuhe zur Uni fahren. Soll das der norwegische Winter sein?
Ein bisschen kälter ist es inzwischen zwar wieder geworden, aber wenn ich aus dem Fenster gucke, sehe ich jetzt das, was ich hier im Januar nun wirklich nicht erwartet habe: Regen :-(
Naja, aber im Gegensatz zu Zuhause hat man hier bei Sauwetter immer noch den Vorteil, ratz-fatz im Landesinneren zu sein, wo auf den Winter ein wenig mehr Verlass ist und es zwar weniger Niederschlag gibt, dieser aber dann wenigstens als Schnee fällt.
So machte ich mich am vergangenen Freitag mit einer 8-köpfigen Gruppe auf den Weg zur Sonvasskoia. Einer wunderschön an einem See gelegenen Hütte 1,5 Autostunden östlich von Trondheim. Da einige der Teilnehmer erst nachmittags konnten, fuhren wir diesmal erst um 4, also schon im Dunkeln los. Da zwei aber im Herbst schon einmal auf der gleichen Hütte waren und den Weg kannten, war das kein Problem. Außerdem war die Anreise diesmal auch recht einfach. Vom Parkplatz aus waren es nur 1-1,5 Skistunden bis zur Hütte.
Auf dem Weg, der mit 4 Mann + Gepäck + Skiausrüstungen in einem Polo (der gleichen Baureihe wie meiner) übrigens weniger komfortabel war, mussten erstmalig die Schneeketten beweisen, wofür sie erfunden wurden. Denn eine 10 Kilometer lange Mautstraße, die recht steil in die Berge hineinführte war dann doch zu viel für den voll beladenen Polo. Mithilfe der Ketten erreichten wir aber dann weitgehend problemlos den Parkplatz, auf dem auf Skier umgesattelt wurde.
Der Weg zur Hütte war dann bereits weitestgehend durch einen Schneemobilspur markiert, so dass wir mithilfe unserer Kopflampen kein Problem mit der Navigation hatten. Der See, an dem die Hütte liegt, scheint im Übrigen ein sehr beliebtes Wochenendreiseziel der Trondheimer zu sein, denn rund um den See stehen bestimmt 30-50 Hütten, oder so.
Die Hütte ist von denen, die ich bisher gesehen hab, klar die am schönsten gelegene. Etwa 20 Höhenmeter oberhalb des Sees, am Südhang und mit einer tollen Aussicht. Gegen 22 Uhr hatten wir sie schließlich erreicht, richten uns ein, befreiten die nahe Wasserstelle von Eis und kochten Nudel mit Soße.
Am nächsten Tag teilten wir uns in mehrer Gruppen auf. Die Angler unter uns bohrten ein paar Löcher in den See und probierten ihr Glück beim Eisfischen. Ich begab mich mit Caro und Simon auf eine entspannte Skitour. Zuerst fuhren wir immer am Hang oberhalb des Sees entlang, bis wir auf Höhe eines anderen Sees waren. Dort wagten wir die Abfahrt ins Tal und fuhren über die Seen zurück. Das Eis der Seen war 25-30 cm dick (wie unsere Bohrungen ergaben) und damit locker tragfähig. Trotzdem eine außergewöhnliche Erfahrung, denn so flaches Langlaufterrain findet man in Norwegen sonst selten.
Die Eisfischer waren inzwischen erfolgreich gewesen und hatten eine beachtliche Forelle gefangen. Am Abend wurde diese dann zusammen mit viel zuvor eingekauftem Lachs zubereitet und genüsslich verspeist.
Am Rückreisetag ließen wir uns sehr viel Zeit mit dem Frühstück und dem Aufräumen der Hütte. Wir nahmen diesmal eine Abkürzung über den See und holten ein letztes Mal die Fischfallen ein. Wieder hatte eine, diesmal allerdings etwas kleinere, Forelle angebissen.
Zusammen mit Simon, Michael und Caro fuhr ich auf Skiern dann schon einmal vor, denn wir wollten die Passstraße ins Tal statt wieder mit dem Auto noch mit Skiern befahren. Am Anfang ging das auch super, es ging halt fast nur bergab und machte deshalb super Spaß. Später kam dann allerdings doch das ein oder andere Mal der Asphalt durch und ich hab mir leider doch ein paar ordentliche Kratzer in meine Skier geholt. Ungefähr nach 6-7 Kilometern holten uns die Autos dann ein und wir fuhren wieder eng gedrängt zurück nach Trondheim.
Sonntag, 6. Januar 2008
Zurück im Norden
Tja, so schnell ging das mit dem Heimaturlaub. Schon bin ich wieder hier und es ist an der Zeit für ein kurzes Statement.
Die Rückfahrt nach Trondheim ist etwas spannender geworden, als ich es mir eigentlich erhofft hatte. Denn da es am Düsseldorfer Flughafen einen Stau auf der Startbahn gab, konnte die Maschine erst mit 45-minütiger Verspätung abheben und kam statt um 22.10 erst um 23.00 Uhr in Oslo an. Da mein Nachtzug, den ich per Minipris und damit unverschiebbar gebucht hatte, schon um 23.46 Uhr abfuhr, blieb also nicht allzu viel Zeit fürs Gepäck holen und Bahnhof finden, denn wie weit der Weg dorthin war, wusste ich noch nicht.
Zu allem Überfluss gab es dann ein Problem mit dem Gepäckband. Erst kam ein ganzer Schwall Koffer heraus, meiner war natürlich nicht dabei, dann verkeilten sich ein paar Koffer so blöd auf der Rampe, dass das Band erstmal für 10 Minuten ausfiel. Meine Tasche hatte ich dann erst um 23.25 Uhr. Zum Glück war der Weg zum Gleis dann wirklich ein Katzensprung. Der Flughafenbahnhof ist ganz geschickt unter den Ankunftsbereich des Flughafen gebaut. So musste ich sogar noch mehr als 10 Minuten auf den Zug warten.
Trotzdem hatte ich mir das ganze etwas stressfreier vorgestellt.
Glück hatte ich dafür wieder im Zug, meine Sitznachbarin stieg schon nach wenigen Haltestellen aus und so hatte ich in dem wirklich gut gefüllten Zug den Luxus von zwei sehr weit zurücklehnbaren Sitzen und konnte ganz gut pennen.
Um 7 Uhr morgens kam ich dann in Trondheim an und wurde von einem eiskalten, stürmischen Wind überrascht. Klugerweise hatte ich Handschuhe und Mütze natürlich bestens im Koffer verstaut und so wurde das Warten auf den Bus doch recht erfrischend.
Obwohl ich schon vorgewarnt war, muss ich doch sagen, dass ich schon sehr enttäuscht darüber bin, wies hier zur Zeit aussieht. Als ich aus Norwegen nach Hause kam, war das erste was mir als Unterschied aufgefallen war, wie grau alles war. Denn hier wars sonst immer bunt. Im Sommer grün, im Herbst bunt und seit November weiß. In Aachen und der Eifel wars grau und kahl. Und so ist es hier jetzt leider auch. Aller Schnee ist weggetaut. Nicht weil es besonders warm wäre, sondern weil es einfach seit Ende November nicht mehr richtig geschneit hat, und zwischendurch halt immer mal wieder, wenn auch nie länger, Tauwetter war.
Im Moment ist es zwar relativ kalt hier, so knapp unter 0, aber das einzige was noch von dem schönen Wintermärchen zeugt, dass wir hier Ende November hatten, sind harte Eisplatten auf Geh- und Fahrradwegen. Schade eigentlich.
Naja, auch wenn der Wetterbericht zur Zeit keinen neuen Schnee verheißt, bin ich doch zuversichtlich, dass sich das Bild hier bald mal ändert. So lange trocken, das kann einfach nicht mehr lange anhalten.
Die Rückfahrt nach Trondheim ist etwas spannender geworden, als ich es mir eigentlich erhofft hatte. Denn da es am Düsseldorfer Flughafen einen Stau auf der Startbahn gab, konnte die Maschine erst mit 45-minütiger Verspätung abheben und kam statt um 22.10 erst um 23.00 Uhr in Oslo an. Da mein Nachtzug, den ich per Minipris und damit unverschiebbar gebucht hatte, schon um 23.46 Uhr abfuhr, blieb also nicht allzu viel Zeit fürs Gepäck holen und Bahnhof finden, denn wie weit der Weg dorthin war, wusste ich noch nicht.
Zu allem Überfluss gab es dann ein Problem mit dem Gepäckband. Erst kam ein ganzer Schwall Koffer heraus, meiner war natürlich nicht dabei, dann verkeilten sich ein paar Koffer so blöd auf der Rampe, dass das Band erstmal für 10 Minuten ausfiel. Meine Tasche hatte ich dann erst um 23.25 Uhr. Zum Glück war der Weg zum Gleis dann wirklich ein Katzensprung. Der Flughafenbahnhof ist ganz geschickt unter den Ankunftsbereich des Flughafen gebaut. So musste ich sogar noch mehr als 10 Minuten auf den Zug warten.
Trotzdem hatte ich mir das ganze etwas stressfreier vorgestellt.
Glück hatte ich dafür wieder im Zug, meine Sitznachbarin stieg schon nach wenigen Haltestellen aus und so hatte ich in dem wirklich gut gefüllten Zug den Luxus von zwei sehr weit zurücklehnbaren Sitzen und konnte ganz gut pennen.
Um 7 Uhr morgens kam ich dann in Trondheim an und wurde von einem eiskalten, stürmischen Wind überrascht. Klugerweise hatte ich Handschuhe und Mütze natürlich bestens im Koffer verstaut und so wurde das Warten auf den Bus doch recht erfrischend.
Obwohl ich schon vorgewarnt war, muss ich doch sagen, dass ich schon sehr enttäuscht darüber bin, wies hier zur Zeit aussieht. Als ich aus Norwegen nach Hause kam, war das erste was mir als Unterschied aufgefallen war, wie grau alles war. Denn hier wars sonst immer bunt. Im Sommer grün, im Herbst bunt und seit November weiß. In Aachen und der Eifel wars grau und kahl. Und so ist es hier jetzt leider auch. Aller Schnee ist weggetaut. Nicht weil es besonders warm wäre, sondern weil es einfach seit Ende November nicht mehr richtig geschneit hat, und zwischendurch halt immer mal wieder, wenn auch nie länger, Tauwetter war.
Im Moment ist es zwar relativ kalt hier, so knapp unter 0, aber das einzige was noch von dem schönen Wintermärchen zeugt, dass wir hier Ende November hatten, sind harte Eisplatten auf Geh- und Fahrradwegen. Schade eigentlich.
Naja, auch wenn der Wetterbericht zur Zeit keinen neuen Schnee verheißt, bin ich doch zuversichtlich, dass sich das Bild hier bald mal ändert. So lange trocken, das kann einfach nicht mehr lange anhalten.
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