Tja, so kanns gehen.
Ich hatte meinen letzten Beitrag am Mittwoch kaum zuende geschrieben, da ging der Regen zumindest hier oben in Moholt auch schon in Schnee über. Weil es nach wie vor knapp über 0 Grad waren, blieb er am Anfang nicht liegen, später dann aber doch. Es war zwar ziemlich ekliger Pappschnee, aber da es mittlerweile wieder kälter ist, ist er gefroren und damit jetzt auch trocken.
Der Vorteil an dem Pappschnee war, dass er an allen Bäumen, Straßenlaternen und Zäunen hingen blieb, und diese jetzt in hübsche Eisskulpturen verwandelt hat. Bei Gelegenheit werde ich mal ein paar Fotos schießen.
Tja, der Winter ist jetzt doch wieder da, und da für dieses Wochenende kein Trip geplant ist, steht Skifahren auf dem Programm!
Freitag, 18. Januar 2008
Mittwoch, 16. Januar 2008
Schöne Hüttentour aber Sauwetter in Trondheim
So, ehe ich jetzt auf die schönen Ereignisse des vergangenen Wochenendes eingehe, muss ich erstmal meinem Unmut über das unglaubliche Scheißwetter in Trondheim Luft machen...
Am Freitag hatte es endlich mal wieder geschneit und ich dachte schon, der Winter würde jetzt endlich richtig kommen, aber weit gefehlt. Als wir am Sonntag vom Wochenendtrip zurück kamen, war schon wieder alles weggetaut. Aber es wurde noch schlimmer. Montag setzte auf einmal starker Wind von Süden her ein und das Thermometer kletterte bis auf 7(!) Grad. Auch gestern war es noch total warm und ich konnte ohne Mütze und Handschuhe zur Uni fahren. Soll das der norwegische Winter sein?
Ein bisschen kälter ist es inzwischen zwar wieder geworden, aber wenn ich aus dem Fenster gucke, sehe ich jetzt das, was ich hier im Januar nun wirklich nicht erwartet habe: Regen :-(
Naja, aber im Gegensatz zu Zuhause hat man hier bei Sauwetter immer noch den Vorteil, ratz-fatz im Landesinneren zu sein, wo auf den Winter ein wenig mehr Verlass ist und es zwar weniger Niederschlag gibt, dieser aber dann wenigstens als Schnee fällt.
So machte ich mich am vergangenen Freitag mit einer 8-köpfigen Gruppe auf den Weg zur Sonvasskoia. Einer wunderschön an einem See gelegenen Hütte 1,5 Autostunden östlich von Trondheim. Da einige der Teilnehmer erst nachmittags konnten, fuhren wir diesmal erst um 4, also schon im Dunkeln los. Da zwei aber im Herbst schon einmal auf der gleichen Hütte waren und den Weg kannten, war das kein Problem. Außerdem war die Anreise diesmal auch recht einfach. Vom Parkplatz aus waren es nur 1-1,5 Skistunden bis zur Hütte.
Auf dem Weg, der mit 4 Mann + Gepäck + Skiausrüstungen in einem Polo (der gleichen Baureihe wie meiner) übrigens weniger komfortabel war, mussten erstmalig die Schneeketten beweisen, wofür sie erfunden wurden. Denn eine 10 Kilometer lange Mautstraße, die recht steil in die Berge hineinführte war dann doch zu viel für den voll beladenen Polo. Mithilfe der Ketten erreichten wir aber dann weitgehend problemlos den Parkplatz, auf dem auf Skier umgesattelt wurde.
Der Weg zur Hütte war dann bereits weitestgehend durch einen Schneemobilspur markiert, so dass wir mithilfe unserer Kopflampen kein Problem mit der Navigation hatten. Der See, an dem die Hütte liegt, scheint im Übrigen ein sehr beliebtes Wochenendreiseziel der Trondheimer zu sein, denn rund um den See stehen bestimmt 30-50 Hütten, oder so.
Die Hütte ist von denen, die ich bisher gesehen hab, klar die am schönsten gelegene. Etwa 20 Höhenmeter oberhalb des Sees, am Südhang und mit einer tollen Aussicht. Gegen 22 Uhr hatten wir sie schließlich erreicht, richten uns ein, befreiten die nahe Wasserstelle von Eis und kochten Nudel mit Soße.
Am nächsten Tag teilten wir uns in mehrer Gruppen auf. Die Angler unter uns bohrten ein paar Löcher in den See und probierten ihr Glück beim Eisfischen. Ich begab mich mit Caro und Simon auf eine entspannte Skitour. Zuerst fuhren wir immer am Hang oberhalb des Sees entlang, bis wir auf Höhe eines anderen Sees waren. Dort wagten wir die Abfahrt ins Tal und fuhren über die Seen zurück. Das Eis der Seen war 25-30 cm dick (wie unsere Bohrungen ergaben) und damit locker tragfähig. Trotzdem eine außergewöhnliche Erfahrung, denn so flaches Langlaufterrain findet man in Norwegen sonst selten.
Die Eisfischer waren inzwischen erfolgreich gewesen und hatten eine beachtliche Forelle gefangen. Am Abend wurde diese dann zusammen mit viel zuvor eingekauftem Lachs zubereitet und genüsslich verspeist.
Am Rückreisetag ließen wir uns sehr viel Zeit mit dem Frühstück und dem Aufräumen der Hütte. Wir nahmen diesmal eine Abkürzung über den See und holten ein letztes Mal die Fischfallen ein. Wieder hatte eine, diesmal allerdings etwas kleinere, Forelle angebissen.
Zusammen mit Simon, Michael und Caro fuhr ich auf Skiern dann schon einmal vor, denn wir wollten die Passstraße ins Tal statt wieder mit dem Auto noch mit Skiern befahren. Am Anfang ging das auch super, es ging halt fast nur bergab und machte deshalb super Spaß. Später kam dann allerdings doch das ein oder andere Mal der Asphalt durch und ich hab mir leider doch ein paar ordentliche Kratzer in meine Skier geholt. Ungefähr nach 6-7 Kilometern holten uns die Autos dann ein und wir fuhren wieder eng gedrängt zurück nach Trondheim.
Am Freitag hatte es endlich mal wieder geschneit und ich dachte schon, der Winter würde jetzt endlich richtig kommen, aber weit gefehlt. Als wir am Sonntag vom Wochenendtrip zurück kamen, war schon wieder alles weggetaut. Aber es wurde noch schlimmer. Montag setzte auf einmal starker Wind von Süden her ein und das Thermometer kletterte bis auf 7(!) Grad. Auch gestern war es noch total warm und ich konnte ohne Mütze und Handschuhe zur Uni fahren. Soll das der norwegische Winter sein?
Ein bisschen kälter ist es inzwischen zwar wieder geworden, aber wenn ich aus dem Fenster gucke, sehe ich jetzt das, was ich hier im Januar nun wirklich nicht erwartet habe: Regen :-(
Naja, aber im Gegensatz zu Zuhause hat man hier bei Sauwetter immer noch den Vorteil, ratz-fatz im Landesinneren zu sein, wo auf den Winter ein wenig mehr Verlass ist und es zwar weniger Niederschlag gibt, dieser aber dann wenigstens als Schnee fällt.
So machte ich mich am vergangenen Freitag mit einer 8-köpfigen Gruppe auf den Weg zur Sonvasskoia. Einer wunderschön an einem See gelegenen Hütte 1,5 Autostunden östlich von Trondheim. Da einige der Teilnehmer erst nachmittags konnten, fuhren wir diesmal erst um 4, also schon im Dunkeln los. Da zwei aber im Herbst schon einmal auf der gleichen Hütte waren und den Weg kannten, war das kein Problem. Außerdem war die Anreise diesmal auch recht einfach. Vom Parkplatz aus waren es nur 1-1,5 Skistunden bis zur Hütte.
Auf dem Weg, der mit 4 Mann + Gepäck + Skiausrüstungen in einem Polo (der gleichen Baureihe wie meiner) übrigens weniger komfortabel war, mussten erstmalig die Schneeketten beweisen, wofür sie erfunden wurden. Denn eine 10 Kilometer lange Mautstraße, die recht steil in die Berge hineinführte war dann doch zu viel für den voll beladenen Polo. Mithilfe der Ketten erreichten wir aber dann weitgehend problemlos den Parkplatz, auf dem auf Skier umgesattelt wurde.
Der Weg zur Hütte war dann bereits weitestgehend durch einen Schneemobilspur markiert, so dass wir mithilfe unserer Kopflampen kein Problem mit der Navigation hatten. Der See, an dem die Hütte liegt, scheint im Übrigen ein sehr beliebtes Wochenendreiseziel der Trondheimer zu sein, denn rund um den See stehen bestimmt 30-50 Hütten, oder so.
Die Hütte ist von denen, die ich bisher gesehen hab, klar die am schönsten gelegene. Etwa 20 Höhenmeter oberhalb des Sees, am Südhang und mit einer tollen Aussicht. Gegen 22 Uhr hatten wir sie schließlich erreicht, richten uns ein, befreiten die nahe Wasserstelle von Eis und kochten Nudel mit Soße.
Am nächsten Tag teilten wir uns in mehrer Gruppen auf. Die Angler unter uns bohrten ein paar Löcher in den See und probierten ihr Glück beim Eisfischen. Ich begab mich mit Caro und Simon auf eine entspannte Skitour. Zuerst fuhren wir immer am Hang oberhalb des Sees entlang, bis wir auf Höhe eines anderen Sees waren. Dort wagten wir die Abfahrt ins Tal und fuhren über die Seen zurück. Das Eis der Seen war 25-30 cm dick (wie unsere Bohrungen ergaben) und damit locker tragfähig. Trotzdem eine außergewöhnliche Erfahrung, denn so flaches Langlaufterrain findet man in Norwegen sonst selten.
Die Eisfischer waren inzwischen erfolgreich gewesen und hatten eine beachtliche Forelle gefangen. Am Abend wurde diese dann zusammen mit viel zuvor eingekauftem Lachs zubereitet und genüsslich verspeist.
Am Rückreisetag ließen wir uns sehr viel Zeit mit dem Frühstück und dem Aufräumen der Hütte. Wir nahmen diesmal eine Abkürzung über den See und holten ein letztes Mal die Fischfallen ein. Wieder hatte eine, diesmal allerdings etwas kleinere, Forelle angebissen.
Zusammen mit Simon, Michael und Caro fuhr ich auf Skiern dann schon einmal vor, denn wir wollten die Passstraße ins Tal statt wieder mit dem Auto noch mit Skiern befahren. Am Anfang ging das auch super, es ging halt fast nur bergab und machte deshalb super Spaß. Später kam dann allerdings doch das ein oder andere Mal der Asphalt durch und ich hab mir leider doch ein paar ordentliche Kratzer in meine Skier geholt. Ungefähr nach 6-7 Kilometern holten uns die Autos dann ein und wir fuhren wieder eng gedrängt zurück nach Trondheim.
Sonntag, 6. Januar 2008
Zurück im Norden
Tja, so schnell ging das mit dem Heimaturlaub. Schon bin ich wieder hier und es ist an der Zeit für ein kurzes Statement.
Die Rückfahrt nach Trondheim ist etwas spannender geworden, als ich es mir eigentlich erhofft hatte. Denn da es am Düsseldorfer Flughafen einen Stau auf der Startbahn gab, konnte die Maschine erst mit 45-minütiger Verspätung abheben und kam statt um 22.10 erst um 23.00 Uhr in Oslo an. Da mein Nachtzug, den ich per Minipris und damit unverschiebbar gebucht hatte, schon um 23.46 Uhr abfuhr, blieb also nicht allzu viel Zeit fürs Gepäck holen und Bahnhof finden, denn wie weit der Weg dorthin war, wusste ich noch nicht.
Zu allem Überfluss gab es dann ein Problem mit dem Gepäckband. Erst kam ein ganzer Schwall Koffer heraus, meiner war natürlich nicht dabei, dann verkeilten sich ein paar Koffer so blöd auf der Rampe, dass das Band erstmal für 10 Minuten ausfiel. Meine Tasche hatte ich dann erst um 23.25 Uhr. Zum Glück war der Weg zum Gleis dann wirklich ein Katzensprung. Der Flughafenbahnhof ist ganz geschickt unter den Ankunftsbereich des Flughafen gebaut. So musste ich sogar noch mehr als 10 Minuten auf den Zug warten.
Trotzdem hatte ich mir das ganze etwas stressfreier vorgestellt.
Glück hatte ich dafür wieder im Zug, meine Sitznachbarin stieg schon nach wenigen Haltestellen aus und so hatte ich in dem wirklich gut gefüllten Zug den Luxus von zwei sehr weit zurücklehnbaren Sitzen und konnte ganz gut pennen.
Um 7 Uhr morgens kam ich dann in Trondheim an und wurde von einem eiskalten, stürmischen Wind überrascht. Klugerweise hatte ich Handschuhe und Mütze natürlich bestens im Koffer verstaut und so wurde das Warten auf den Bus doch recht erfrischend.
Obwohl ich schon vorgewarnt war, muss ich doch sagen, dass ich schon sehr enttäuscht darüber bin, wies hier zur Zeit aussieht. Als ich aus Norwegen nach Hause kam, war das erste was mir als Unterschied aufgefallen war, wie grau alles war. Denn hier wars sonst immer bunt. Im Sommer grün, im Herbst bunt und seit November weiß. In Aachen und der Eifel wars grau und kahl. Und so ist es hier jetzt leider auch. Aller Schnee ist weggetaut. Nicht weil es besonders warm wäre, sondern weil es einfach seit Ende November nicht mehr richtig geschneit hat, und zwischendurch halt immer mal wieder, wenn auch nie länger, Tauwetter war.
Im Moment ist es zwar relativ kalt hier, so knapp unter 0, aber das einzige was noch von dem schönen Wintermärchen zeugt, dass wir hier Ende November hatten, sind harte Eisplatten auf Geh- und Fahrradwegen. Schade eigentlich.
Naja, auch wenn der Wetterbericht zur Zeit keinen neuen Schnee verheißt, bin ich doch zuversichtlich, dass sich das Bild hier bald mal ändert. So lange trocken, das kann einfach nicht mehr lange anhalten.
Die Rückfahrt nach Trondheim ist etwas spannender geworden, als ich es mir eigentlich erhofft hatte. Denn da es am Düsseldorfer Flughafen einen Stau auf der Startbahn gab, konnte die Maschine erst mit 45-minütiger Verspätung abheben und kam statt um 22.10 erst um 23.00 Uhr in Oslo an. Da mein Nachtzug, den ich per Minipris und damit unverschiebbar gebucht hatte, schon um 23.46 Uhr abfuhr, blieb also nicht allzu viel Zeit fürs Gepäck holen und Bahnhof finden, denn wie weit der Weg dorthin war, wusste ich noch nicht.
Zu allem Überfluss gab es dann ein Problem mit dem Gepäckband. Erst kam ein ganzer Schwall Koffer heraus, meiner war natürlich nicht dabei, dann verkeilten sich ein paar Koffer so blöd auf der Rampe, dass das Band erstmal für 10 Minuten ausfiel. Meine Tasche hatte ich dann erst um 23.25 Uhr. Zum Glück war der Weg zum Gleis dann wirklich ein Katzensprung. Der Flughafenbahnhof ist ganz geschickt unter den Ankunftsbereich des Flughafen gebaut. So musste ich sogar noch mehr als 10 Minuten auf den Zug warten.
Trotzdem hatte ich mir das ganze etwas stressfreier vorgestellt.
Glück hatte ich dafür wieder im Zug, meine Sitznachbarin stieg schon nach wenigen Haltestellen aus und so hatte ich in dem wirklich gut gefüllten Zug den Luxus von zwei sehr weit zurücklehnbaren Sitzen und konnte ganz gut pennen.
Um 7 Uhr morgens kam ich dann in Trondheim an und wurde von einem eiskalten, stürmischen Wind überrascht. Klugerweise hatte ich Handschuhe und Mütze natürlich bestens im Koffer verstaut und so wurde das Warten auf den Bus doch recht erfrischend.
Obwohl ich schon vorgewarnt war, muss ich doch sagen, dass ich schon sehr enttäuscht darüber bin, wies hier zur Zeit aussieht. Als ich aus Norwegen nach Hause kam, war das erste was mir als Unterschied aufgefallen war, wie grau alles war. Denn hier wars sonst immer bunt. Im Sommer grün, im Herbst bunt und seit November weiß. In Aachen und der Eifel wars grau und kahl. Und so ist es hier jetzt leider auch. Aller Schnee ist weggetaut. Nicht weil es besonders warm wäre, sondern weil es einfach seit Ende November nicht mehr richtig geschneit hat, und zwischendurch halt immer mal wieder, wenn auch nie länger, Tauwetter war.
Im Moment ist es zwar relativ kalt hier, so knapp unter 0, aber das einzige was noch von dem schönen Wintermärchen zeugt, dass wir hier Ende November hatten, sind harte Eisplatten auf Geh- und Fahrradwegen. Schade eigentlich.
Naja, auch wenn der Wetterbericht zur Zeit keinen neuen Schnee verheißt, bin ich doch zuversichtlich, dass sich das Bild hier bald mal ändert. So lange trocken, das kann einfach nicht mehr lange anhalten.
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Dunkelheit
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Klausurphase
Eigentlich ist zumindest für mich der Titel dieses Posts etwas übertrieben, schließlich lassen sich meine Klausuren in diesem Semester bequem an einer Hand ehh... einem Finger abzählen. Aber immerhin ist die eine die ich hab (GIS) 6-stündig. Außerdem gibts zu meiner "Knowledge Management"-Vorlesung am Freitag noch ne halbstündige mündliche Prüfung. So bin ich doch schon ganz gut beschäftigt zurzeit.
Gestern wäre mir allerdings fast die Decke auf den Kopf gefallen. Es war schönstes Wetter und ich saß die ganze Zeit in der Bude rum. Deswegen bin ich dann um 9 noch spontan mit Simon zum Langlaufen in die Strindamarka gegangen. Da es tagsüber getaut und dann wieder gefroren hatte, war die Loipe diesmal total vereist. Am Anfang hatten wir echt ein paar Probleme, vor allem mit dem Bremsen, aber nachher hats dafür dann umso mehr Spaß gemacht. Da die Spuren seit dem Wochenende auch besser sind, konnte man bergab halbwegs laufen lassen und es ging richtig ab.
Sonst geht irgendwie nicht so viel im Moment. Heute hats geregnet und es ist wieder deutlich wärmer geworden. Am Montag hatte das Thermometer schon mal kühle -7 Grad angezeigt, das scheint jetzt erstmal wieder vorbei zu sein. Ich hoffe mal, dass es nicht reichen wird, um den Schnee wieder wegzutauen.
Da sonst nicht viel passiert ist in letzter Zeit und ich mir mein kreatives Aus-den-Finger-Saugen für meine TT-Arbeit aufbewahren muss, mach ich jetzt auch schon Schluss, allerdings ohne schon wieder meine Rubrik zu vergessen. Wie ihr vielleicht am diesmaligen Thema merkt, fällt mir allerdings irgendwie nicht mehr viel ein. Ich schätze das liegt daran, dass mir die meisten komischen Sachen hier wohl mittlerweile selbst gar nicht mehr auffallen.
Norwegische Eigenart der Woche: Grandiosa
Richtig erkannt: Grandiosa hört sich nicht gerade norwegisch an. Nein, es ist italienisch und der Name für die hier mit Abstand beliebteste Tiefkühlpizza. Hört sich unspektakulär an, aber diese Pizza ist wichtiger Bestandteil der norwegischen Esskultur! Da könnte mir wohl kaum ein Norweger widersprechen. Besonders nicht der, den ich kenne, der täglich zum Frühstück eine halbe verspeist.
Seit der Erfindung der grandiosen Pizza im Jahr 1980 wurden im ganzen Land rund 260 Million Stück verkauft. Bei 4,8 Millionen Norwegern nicht schlecht, oder? Dabei ist die Pizza nicht gerade billig. Ca. 3,50 €) kostet die einfachste, die Grandiosa Klassik, bis zu 6,50 € die Luxusausführung. Seit Anfang an war Grandiosa, als norwegisches Produkt, klarer Marktführer und behauptet noch heute trotz Konkurrenz aus dem Ausland einen Marktanteil von 51 %.
Meine Theorie: Der bescheidene Geschmack (den ich natürlich im Selbstversuch getestete hab) und der hohe Preis kümmert Norweger eher wenig. Hauptsache sie kommt aus Norwegen! Denn grundsätzlich ist hier alles was aus Norwegen kommt gut und alles was aus dem Ausland kommt grundsätzlich mit Pestiziden, krebserregenden Stoffen oder sonstigen Verunreinigungen belastet und daher nicht kaufbar. Das erklärt übrigens auch den Misserfolg von Lidl, dessen Manager sich im Gegensatz zu Aldi hierhin getraut haben, aber nur rote Zahlen schreiben.
Gestern wäre mir allerdings fast die Decke auf den Kopf gefallen. Es war schönstes Wetter und ich saß die ganze Zeit in der Bude rum. Deswegen bin ich dann um 9 noch spontan mit Simon zum Langlaufen in die Strindamarka gegangen. Da es tagsüber getaut und dann wieder gefroren hatte, war die Loipe diesmal total vereist. Am Anfang hatten wir echt ein paar Probleme, vor allem mit dem Bremsen, aber nachher hats dafür dann umso mehr Spaß gemacht. Da die Spuren seit dem Wochenende auch besser sind, konnte man bergab halbwegs laufen lassen und es ging richtig ab.
Sonst geht irgendwie nicht so viel im Moment. Heute hats geregnet und es ist wieder deutlich wärmer geworden. Am Montag hatte das Thermometer schon mal kühle -7 Grad angezeigt, das scheint jetzt erstmal wieder vorbei zu sein. Ich hoffe mal, dass es nicht reichen wird, um den Schnee wieder wegzutauen.
Da sonst nicht viel passiert ist in letzter Zeit und ich mir mein kreatives Aus-den-Finger-Saugen für meine TT-Arbeit aufbewahren muss, mach ich jetzt auch schon Schluss, allerdings ohne schon wieder meine Rubrik zu vergessen. Wie ihr vielleicht am diesmaligen Thema merkt, fällt mir allerdings irgendwie nicht mehr viel ein. Ich schätze das liegt daran, dass mir die meisten komischen Sachen hier wohl mittlerweile selbst gar nicht mehr auffallen.
Norwegische Eigenart der Woche: Grandiosa
Richtig erkannt: Grandiosa hört sich nicht gerade norwegisch an. Nein, es ist italienisch und der Name für die hier mit Abstand beliebteste Tiefkühlpizza. Hört sich unspektakulär an, aber diese Pizza ist wichtiger Bestandteil der norwegischen Esskultur! Da könnte mir wohl kaum ein Norweger widersprechen. Besonders nicht der, den ich kenne, der täglich zum Frühstück eine halbe verspeist.
Seit der Erfindung der grandiosen Pizza im Jahr 1980 wurden im ganzen Land rund 260 Million Stück verkauft. Bei 4,8 Millionen Norwegern nicht schlecht, oder? Dabei ist die Pizza nicht gerade billig. Ca. 3,50 €) kostet die einfachste, die Grandiosa Klassik, bis zu 6,50 € die Luxusausführung. Seit Anfang an war Grandiosa, als norwegisches Produkt, klarer Marktführer und behauptet noch heute trotz Konkurrenz aus dem Ausland einen Marktanteil von 51 %.
Meine Theorie: Der bescheidene Geschmack (den ich natürlich im Selbstversuch getestete hab) und der hohe Preis kümmert Norweger eher wenig. Hauptsache sie kommt aus Norwegen! Denn grundsätzlich ist hier alles was aus Norwegen kommt gut und alles was aus dem Ausland kommt grundsätzlich mit Pestiziden, krebserregenden Stoffen oder sonstigen Verunreinigungen belastet und daher nicht kaufbar. Das erklärt übrigens auch den Misserfolg von Lidl, dessen Manager sich im Gegensatz zu Aldi hierhin getraut haben, aber nur rote Zahlen schreiben.
Dienstag, 27. November 2007
Langlaufen in der Strindamarka
Ganz frisch ist dieser Beitrag.
Komme gerade vom ersten Nachtlanglaufen zurück, und es war super!
Nur 10 Gehminuten entfernt starten die Loipen, die kilometerlang beleuchtet sind und kreuz und quer durch den Wald führen. Da wo ich im Sommer viel Rad gefahren bin, ist jetzt alles märchenhaft tief verschneit und teils gespurte, teils einfach plattgewalzte Loipen führen über Wege, Wiesen und durch den Wald.
So gemächlich wie man das aus Deutschland kennt, darf man es sich allerdings nicht vorstellen, denn es geht fast nie geradeaus. Immer hoch oder runter, wie auf einer Achterbahn.
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Ich war mit Sebbi und Christoph da, die vergangenes Wochenende zum ersten Mal auf Langlaufskiern gestanden haben, aber auch ich wäre wohl mit keinem der Norweger, die uns in fliegendem Tempo überholt haben, mitgekommen. Ja, man sieht direkt, Norweger sind erst im tiefen Schnee in ihrem Element.
Bemerkenswert übrigens noch: Während ich aus Deutschland kenne, das Hunde auf den Loipen verboten sind, lief hier hinter jedem zweiten Läufer ein begeisterter Vierbeiner hinterher. Häufig noch mit Reflektoren oder sogar Blinklichtern ausgestattet. Echt ein witziger Anblick.
Komme gerade vom ersten Nachtlanglaufen zurück, und es war super!
Nur 10 Gehminuten entfernt starten die Loipen, die kilometerlang beleuchtet sind und kreuz und quer durch den Wald führen. Da wo ich im Sommer viel Rad gefahren bin, ist jetzt alles märchenhaft tief verschneit und teils gespurte, teils einfach plattgewalzte Loipen führen über Wege, Wiesen und durch den Wald.
So gemächlich wie man das aus Deutschland kennt, darf man es sich allerdings nicht vorstellen, denn es geht fast nie geradeaus. Immer hoch oder runter, wie auf einer Achterbahn.
Ich war mit Sebbi und Christoph da, die vergangenes Wochenende zum ersten Mal auf Langlaufskiern gestanden haben, aber auch ich wäre wohl mit keinem der Norweger, die uns in fliegendem Tempo überholt haben, mitgekommen. Ja, man sieht direkt, Norweger sind erst im tiefen Schnee in ihrem Element.
Bemerkenswert übrigens noch: Während ich aus Deutschland kenne, das Hunde auf den Loipen verboten sind, lief hier hinter jedem zweiten Läufer ein begeisterter Vierbeiner hinterher. Häufig noch mit Reflektoren oder sogar Blinklichtern ausgestattet. Echt ein witziger Anblick.
Montag, 26. November 2007
Skiwandern zur Holvassgamma
Tja, so schnell kann sichs ändern.
Die letzte Überschrift ist mittlerweile wahrlich "Schnee von gestern". Denn seit letztem Donnerstag scheint hier endlich Winter zu sein. Donnerstags morgens stellte ich beim Blick aus dem Fenster überrascht fest, dass bestimmt 10 cm Schnee lagen. Den ganzen Tag über hats weiter geschneit und übers ganze Wochenende ist noch einiges dazu gekommen. Ich weiß nicht genau, wieviel jetzt hier liegt, aber zum Langlaufen reichts jetzt auch in Moholt und der Wetterbericht sagt für die kommende Woche stabiles Winterwetter mit bis zu -6 Grad voraus.
Die unverhofften Winterfreuden erwischten uns allerdings kalt in unserer Wochenendplanungen für den Trip zur Holvassgamma. Eigentlich wollten wir zu einer Hütte, die mehr im Landesinneren liegt und wo wir sicherere Schneebedingungen gehabt hätten. Doch bemerkenswerterweise ist der Run auf die Hütten trotz beginnender Klausurphase und widrigen Wetterbedingungen immer noch riesig und wir mussten auf die Holvassgamma umsteigen. Diese liegt auf der anderen Seite vom Fjord, also zwischen hier und dem offenen Meer. Da dort das Meer und damit der Golfstrom noch größeren Einfluss hat als hier, sahen da die Schneebedingungen zunächst so mau aus, dass wir beschlossen, die Skier zu Hause zu lassen und uns auf die letzte Wandertour des Jahres zu begeben. Doch als es Donnerstag dann den ganzen Tag über schneite, entschieden wir uns dann doch noch spontan, die Skier wenigstens sicherheitshalber mitzunehmen. Eine im Nachhinein eher schlechte Entscheidung.
Naja, Freitag morgen standen wir dann jedenfalls so früh auf, wie noch nie zuvor seit ich hier bin. Denn der Bus führ um 8.10 am Hauptbahnhof ab. Für die 2-stündige Fahrt, inkl. Fähre über den Fjord mussten wir nur 64 Kronen zahlen, überraschend günstig. Nach Absprache mit dem Busfahrer ließ der uns dann mitten in der Pampa raus und wir machten uns mit Karte, Kompass und GPS (das wir diesmal allerdings nicht brauchten) auf die Suche nach der Hütte. Wieder gab es zwei Routen und wieder entschieden wir uns auf dem Hinweg für den Weg übers Fjell, also die Hochebenen. Das Wetter war wechselhaft, zwischen Schneeschauern kam aber auch immer mal wieder die Sonne raus, ganz schön eigentlich. Da nicht genug Schnee lag und das Gelände sehr uneben war, schnallten wir die Ski wieder auf die Rucksäcke und wanderten erstmal bergauf. Die Landschaft war traumhaft, überall kleine Berge, dazwischen tiefe Tälern mit teilweise zugefrorenen Seen und in der Ferne konnte man das Meer erahnen. Probleme hatten wir diesmal eigentlich keine, abgesehen davon, dass es zahlreiche Wasserlöcher gab, in die man häufig knöcheltief einbrach und die der vorne gehende immer nur erahnen konnte.
Nachdem wir den höchsten Punkt auf 350 Metern (bei karger Vegetation und felsigem Untergrund hat man das Gefühl, man wäre im Hochgebirge) überschritten hatten, ging es nur noch bergab, hinunter zu einem See, auf dessen anderer Seite die Hütte liegen sollte. An einer Stelle mit gutem Überblick sahen wir dann auf einmal eine Rentierherde den Berg hoch traben, auch wenn ich immer noch keinen Elch gesehen hab, immerhin doch mal ein Fortschritt.
Als wir den See erreichten, erkannten wir ein kleines Problem: Denn eigentlich sollte in einem Verschlag ein Boot liegen, mit dem wir auf die andere Seite hätten fahren können. Doch im Verschlag lag keins und das, das wir stattdessen fanden, hatte einen tiefen Riss. Da wir keine große Lust verspürten ein kaputtes Boot im Eiswasser zu testen, suchten wir nach einem anderen Weg auf die andere Seite. Im Nachhinein wohl eine gute Entscheidung, denn da das Wasser an den Ufern größtenteils zugefroren war, hätten wir wohl sowieso Probleme bekommen.
Stattdessen fand wir dann eine kleine Furt, die mit Steinen bestückt war und über die wir dank Gore-Tex-Schuhen und Skistöcken auch trockenen Fußes das andere Ufer erreichten. Die Suche der Hütte war dann nur noch Formsache und nach insgesamt vier Stunden Wanderung hatten wir die Holvassgamma erreicht.
Die Hütte sah sehr gemütlich aus. Langgezogen und grasüberwachsen drängte sich mir direkt der Vergleich mit einer Hobbit-Höhle auf, was wohl auch daran liegt, dass ich zur Zeit endlich mal "Lord of the Rings" lese. Relativ bald offenbarten sich dann aber doch die Schwächen der Hütte, die so gar nicht hobbit-mäßig sind. Erstens fanden wir nur Lampenteile, aber keine funktionierende Lampe und zweitens wollte der Ofen nicht richtig heiß werden. Bei einer ungefähren Nachtdauer von 16.00 Uhr bis 8.00 Uhr und von Außentemperaturen von um die 0 Grad nicht sehr komfortabel. Zudem war die Hütte schlecht isoliert und der Ofen stand am einen Ende der langgezogenen Hütte, während die Betten etwa 5-6 Meter entfernt am anderen Ende waren, dort war von Wärme auch nach mehreren Stunden nicht viel zu spüren.
Naja, wir heizten so gut es ging, tranken viel heißen Tee, den wir mit dem bestens funktionierende Primus-Kocher machen konnten, und tranken ein bisschen wärmenden Aquavit. So ging es eigentlich. Die 33 Teelichter, die wir dabei hatten mussten wir hingegen schon rationieren, denn nur auf die Batterien unserer Kopflampen wollten wir uns auch nicht verlassen.
Am nächsten Morgen mussten wir uns dann ganz schön aus den Schlafsäcken quälen, denn wie uns Sörens Thermometer verriet, waren es in unserem Schlafgemach ganze 4 Grad. Der Härtetest für meinen Aldi-Schlafsack also. Es ging aber eigentlich, nur das Aufstehen kostete wirklich Überwindung.
Nach dem ausgiebigen Frühstück suchten wir uns auf der Karte den 442 Meter hohen Lysvassaheia als Gipfel des Tages aus und begaben uns bald auf die Wanderung. Zunächst folgten wir dem See/Fluss talaufwärts und sahen jede Menge frische Elchspuren. Leider verschwanden die irgendwann im Fluss, anscheinend war der Elch dort auf die anderer Seite gewatet. Nachdem wir das Tal verlassen hatten und mehr oder weniger gerade zum Berg aufstiegen, wurde es immer windiger und oben tobte ein regelrechter Schneesturm. Doch da wir alle gut angezogen waren und es auch nicht wirklich kalt war, hat es irgendwie trotzdem Spaß gemacht.
Runter sind wir dann auf der anderen Seite des Berges. Der Weg zurück war dann auch weiter als gedacht, aber kurz vor Anbruch der Dunkelheit kamen wir schließlich zurück an der Hütte an. Dann versuchten wir Ofen und Lampen zu reparieren und waren dabei auch mehr oder weniger erfolgreich. Den Ofen "reparierten" Sören und Mase durch Kaputtmachen einer klemmenden Klappe, worauf der Ofen dann auch besser zog, wenn auch ohne die Hütte danach in eine Sauna zu verwandeln (wie es in der Hognabu der Fall war). Aus den zahlreich vorhandenen Teilen von Lampen bastelten Sören und ich schließlich ein simples Exemplar zusammen, was uns dann für den Rest des Abends zumindest halbwegs gut Licht spendete.
Auf dem Primus-Kocher fingen Sören und Mase dann an, Waffeln zu backen. Ein antikes Waffeleisen war vorhanden, eine Fertigmischung hatten wir mitgenommen. Das Ganze war eine ziemliche Sauerei, schmeckte aber ganz gut. Der Abend verlief dann wie immer auf so Hütten. Essen, Biertrinken, mehr oder weniger intellektuelle Diskussionen, Lustigmachen über die Feinheiten der deutschen Sprache (Mase als Schwabe hatte gegen einen Eifeler und zwei Ruhrpöttler sehr zu leiden), usw.
Am nächsten Tag (diesmal warens 6 Grad) räumten wir auf und begaben uns gemächlich auf den Rückweg. Der Bus sollte um 16:10 fahren und wir wählten 11:30 als Aufbruchzeit, um genug Sicherheit zu haben, aber auch nicht zu lange an der Straße warten zu müssen. Der Rückweg verlief zunächst problemlos. Wir folgten diesmal einer anderen Route, die nicht so hoch führte, dafür aber etwas länger war. Da es das ganze Wochenende wieder fast durchgeschneit hatte, lag jetzt mehr und wir überlegten mehrfach auf Skier umzusteigen. Wir ließen es erst einmal sein, aber als mich dann das Schicksal erwischte und ich vorne gehend in ein Wasserloch durchbrach und mit beiden Beinen bis zu den Knien im Matschwasser hing, entschied ich mich, umzusteigen, um auch wieder trockene Füße zu bekommen.
Leider stellte sich das als nicht sooo gute Idee heraus. Erstmal war ich zwar wesentlich schneller unterwegs und sackte auch nicht mehr so tief ein, aber das Gelände wurde dann doch wieder schwieriger und da ich halt auch die ganze Zeit selbst spuren musste, wurde es ziemlich anstrengend. Kurz bevor wir den anvisierten Weg erreichten, verkeilte sich dann noch mein Skistock zwischen zwei Felsen, ich legte mich ordentlich auf die Fresse, der Skistock verbog und der Teller riss ab. Dumm gelaufen.
Am Weg angekommen, stiegen dann auch die anderen auf Ski um und bis zur Bushaltestelle war es noch eine richtig schöne Fahrt. An der Straße mussten wir dann im Schneegestöber noch eine halbe Stunde auf den Bus warten, aber das Timing war eigentlich perfekt.
Die Rückfahrt verzögerte sich erst wieder in Trondheim, als der Bus sich am Samfundet an der Bushaltestelle festfuhr und nicht mehr vor oder zurück kam. Naja, anscheinend gelten die Trägheits- und Reibungsgesetze auch für norwegische Fahrzeuge.
Die letzte Überschrift ist mittlerweile wahrlich "Schnee von gestern". Denn seit letztem Donnerstag scheint hier endlich Winter zu sein. Donnerstags morgens stellte ich beim Blick aus dem Fenster überrascht fest, dass bestimmt 10 cm Schnee lagen. Den ganzen Tag über hats weiter geschneit und übers ganze Wochenende ist noch einiges dazu gekommen. Ich weiß nicht genau, wieviel jetzt hier liegt, aber zum Langlaufen reichts jetzt auch in Moholt und der Wetterbericht sagt für die kommende Woche stabiles Winterwetter mit bis zu -6 Grad voraus.
Die unverhofften Winterfreuden erwischten uns allerdings kalt in unserer Wochenendplanungen für den Trip zur Holvassgamma. Eigentlich wollten wir zu einer Hütte, die mehr im Landesinneren liegt und wo wir sicherere Schneebedingungen gehabt hätten. Doch bemerkenswerterweise ist der Run auf die Hütten trotz beginnender Klausurphase und widrigen Wetterbedingungen immer noch riesig und wir mussten auf die Holvassgamma umsteigen. Diese liegt auf der anderen Seite vom Fjord, also zwischen hier und dem offenen Meer. Da dort das Meer und damit der Golfstrom noch größeren Einfluss hat als hier, sahen da die Schneebedingungen zunächst so mau aus, dass wir beschlossen, die Skier zu Hause zu lassen und uns auf die letzte Wandertour des Jahres zu begeben. Doch als es Donnerstag dann den ganzen Tag über schneite, entschieden wir uns dann doch noch spontan, die Skier wenigstens sicherheitshalber mitzunehmen. Eine im Nachhinein eher schlechte Entscheidung.
Naja, Freitag morgen standen wir dann jedenfalls so früh auf, wie noch nie zuvor seit ich hier bin. Denn der Bus führ um 8.10 am Hauptbahnhof ab. Für die 2-stündige Fahrt, inkl. Fähre über den Fjord mussten wir nur 64 Kronen zahlen, überraschend günstig. Nach Absprache mit dem Busfahrer ließ der uns dann mitten in der Pampa raus und wir machten uns mit Karte, Kompass und GPS (das wir diesmal allerdings nicht brauchten) auf die Suche nach der Hütte. Wieder gab es zwei Routen und wieder entschieden wir uns auf dem Hinweg für den Weg übers Fjell, also die Hochebenen. Das Wetter war wechselhaft, zwischen Schneeschauern kam aber auch immer mal wieder die Sonne raus, ganz schön eigentlich. Da nicht genug Schnee lag und das Gelände sehr uneben war, schnallten wir die Ski wieder auf die Rucksäcke und wanderten erstmal bergauf. Die Landschaft war traumhaft, überall kleine Berge, dazwischen tiefe Tälern mit teilweise zugefrorenen Seen und in der Ferne konnte man das Meer erahnen. Probleme hatten wir diesmal eigentlich keine, abgesehen davon, dass es zahlreiche Wasserlöcher gab, in die man häufig knöcheltief einbrach und die der vorne gehende immer nur erahnen konnte.
Nachdem wir den höchsten Punkt auf 350 Metern (bei karger Vegetation und felsigem Untergrund hat man das Gefühl, man wäre im Hochgebirge) überschritten hatten, ging es nur noch bergab, hinunter zu einem See, auf dessen anderer Seite die Hütte liegen sollte. An einer Stelle mit gutem Überblick sahen wir dann auf einmal eine Rentierherde den Berg hoch traben, auch wenn ich immer noch keinen Elch gesehen hab, immerhin doch mal ein Fortschritt.
Als wir den See erreichten, erkannten wir ein kleines Problem: Denn eigentlich sollte in einem Verschlag ein Boot liegen, mit dem wir auf die andere Seite hätten fahren können. Doch im Verschlag lag keins und das, das wir stattdessen fanden, hatte einen tiefen Riss. Da wir keine große Lust verspürten ein kaputtes Boot im Eiswasser zu testen, suchten wir nach einem anderen Weg auf die andere Seite. Im Nachhinein wohl eine gute Entscheidung, denn da das Wasser an den Ufern größtenteils zugefroren war, hätten wir wohl sowieso Probleme bekommen.
Stattdessen fand wir dann eine kleine Furt, die mit Steinen bestückt war und über die wir dank Gore-Tex-Schuhen und Skistöcken auch trockenen Fußes das andere Ufer erreichten. Die Suche der Hütte war dann nur noch Formsache und nach insgesamt vier Stunden Wanderung hatten wir die Holvassgamma erreicht.
Naja, wir heizten so gut es ging, tranken viel heißen Tee, den wir mit dem bestens funktionierende Primus-Kocher machen konnten, und tranken ein bisschen wärmenden Aquavit. So ging es eigentlich. Die 33 Teelichter, die wir dabei hatten mussten wir hingegen schon rationieren, denn nur auf die Batterien unserer Kopflampen wollten wir uns auch nicht verlassen.
Am nächsten Morgen mussten wir uns dann ganz schön aus den Schlafsäcken quälen, denn wie uns Sörens Thermometer verriet, waren es in unserem Schlafgemach ganze 4 Grad. Der Härtetest für meinen Aldi-Schlafsack also. Es ging aber eigentlich, nur das Aufstehen kostete wirklich Überwindung.
Nach dem ausgiebigen Frühstück suchten wir uns auf der Karte den 442 Meter hohen Lysvassaheia als Gipfel des Tages aus und begaben uns bald auf die Wanderung. Zunächst folgten wir dem See/Fluss talaufwärts und sahen jede Menge frische Elchspuren. Leider verschwanden die irgendwann im Fluss, anscheinend war der Elch dort auf die anderer Seite gewatet. Nachdem wir das Tal verlassen hatten und mehr oder weniger gerade zum Berg aufstiegen, wurde es immer windiger und oben tobte ein regelrechter Schneesturm. Doch da wir alle gut angezogen waren und es auch nicht wirklich kalt war, hat es irgendwie trotzdem Spaß gemacht.
Runter sind wir dann auf der anderen Seite des Berges. Der Weg zurück war dann auch weiter als gedacht, aber kurz vor Anbruch der Dunkelheit kamen wir schließlich zurück an der Hütte an. Dann versuchten wir Ofen und Lampen zu reparieren und waren dabei auch mehr oder weniger erfolgreich. Den Ofen "reparierten" Sören und Mase durch Kaputtmachen einer klemmenden Klappe, worauf der Ofen dann auch besser zog, wenn auch ohne die Hütte danach in eine Sauna zu verwandeln (wie es in der Hognabu der Fall war). Aus den zahlreich vorhandenen Teilen von Lampen bastelten Sören und ich schließlich ein simples Exemplar zusammen, was uns dann für den Rest des Abends zumindest halbwegs gut Licht spendete.
Auf dem Primus-Kocher fingen Sören und Mase dann an, Waffeln zu backen. Ein antikes Waffeleisen war vorhanden, eine Fertigmischung hatten wir mitgenommen. Das Ganze war eine ziemliche Sauerei, schmeckte aber ganz gut. Der Abend verlief dann wie immer auf so Hütten. Essen, Biertrinken, mehr oder weniger intellektuelle Diskussionen, Lustigmachen über die Feinheiten der deutschen Sprache (Mase als Schwabe hatte gegen einen Eifeler und zwei Ruhrpöttler sehr zu leiden), usw.
Am nächsten Tag (diesmal warens 6 Grad) räumten wir auf und begaben uns gemächlich auf den Rückweg. Der Bus sollte um 16:10 fahren und wir wählten 11:30 als Aufbruchzeit, um genug Sicherheit zu haben, aber auch nicht zu lange an der Straße warten zu müssen. Der Rückweg verlief zunächst problemlos. Wir folgten diesmal einer anderen Route, die nicht so hoch führte, dafür aber etwas länger war. Da es das ganze Wochenende wieder fast durchgeschneit hatte, lag jetzt mehr und wir überlegten mehrfach auf Skier umzusteigen. Wir ließen es erst einmal sein, aber als mich dann das Schicksal erwischte und ich vorne gehend in ein Wasserloch durchbrach und mit beiden Beinen bis zu den Knien im Matschwasser hing, entschied ich mich, umzusteigen, um auch wieder trockene Füße zu bekommen.
Leider stellte sich das als nicht sooo gute Idee heraus. Erstmal war ich zwar wesentlich schneller unterwegs und sackte auch nicht mehr so tief ein, aber das Gelände wurde dann doch wieder schwieriger und da ich halt auch die ganze Zeit selbst spuren musste, wurde es ziemlich anstrengend. Kurz bevor wir den anvisierten Weg erreichten, verkeilte sich dann noch mein Skistock zwischen zwei Felsen, ich legte mich ordentlich auf die Fresse, der Skistock verbog und der Teller riss ab. Dumm gelaufen.
Am Weg angekommen, stiegen dann auch die anderen auf Ski um und bis zur Bushaltestelle war es noch eine richtig schöne Fahrt. An der Straße mussten wir dann im Schneegestöber noch eine halbe Stunde auf den Bus warten, aber das Timing war eigentlich perfekt.
Die Rückfahrt verzögerte sich erst wieder in Trondheim, als der Bus sich am Samfundet an der Bushaltestelle festfuhr und nicht mehr vor oder zurück kam. Naja, anscheinend gelten die Trägheits- und Reibungsgesetze auch für norwegische Fahrzeuge.
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